Lass mal an uns selber glauben!

"Coffee in one hand. Confidence in the other."

 

Viel zu lange habe ich mich hier nicht mehr zu Wort gemeldet.

Das lag zum einen an der fehlenden Zeit- und zum anderen an der fehlenden Idee. Ich wusste nicht, worüber ich schreiben könnte, worüber ich genügend Worte für einen Text verfügte. Und deshalb ließ ich den Blog einfach mal Blog sein und sammelte mich erst einmal.

Seit nun schon mehr als 3 Jahre beschäftige ich mich mit dem tagtäglichen „Wer bin ich und warum? Und bin ich eigentlich ok, so, wie ich bin?“. Ich würde mal behaupten, dass dieser Satz sicherlich nicht nur durch meinen Kopf schleicht…

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Wieviele Stunden am Tag vergeuden wir eigentlich mit Selbstzweifeln? Wie oft schauen wir in den Spiegel und denken uns „Na toll, die Haare sehen heute ja mal wieder fürchterlich aus!“. Und wie oft laufen wir durch die Öffentlichkeit und denken uns „Oh, jeder schaut auf mein Oberteil, das heute irgendwie so gar nicht zu den Schuhen passt.“?

Ich selbst nehme mich da gar nicht erst heraus. Etliche Tage habe ich mir mit solchen Gedanken schon schlecht „gedacht“. Konnte schöne Tage nicht genießen, weil ich sie mir vermeintliche Fehler negativ gemacht habe.

Neulich saß in der Uni ein Mädchen vor mir. Die Haare zu einem zerzausten Dutt hochgesteckt. Mit einer Jogginghose. Ohne Schminke. Und ich bewunderte sie. Für ihren Mut, so aus dem Haus zu gehen, wie sie sich wohl fühlt. Scheinbar ohne jegliche Gedanken, was andere über sie zu denken wagen. Dieses Unperfekte hatte für mich etwas Perfektes. Und ich begann nachzudenken. Fesseln uns unperfekte Menschen nicht wesentlich mehr als perfekte Menschen? Und was ist Perfekt? Tolle Klamotten, glatte Gesichtshaut ohne Makel, glänzendes Haar?

Wenn ich so in meinem Kopf krame, merke ich, dass es trotz allem nicht diese scheinbar „perfekten“ Menschen sind, die in meinem Kopf hängen bleiben. Klar, keine Frage. Diese Menschen schaut man gerne an. Bewundert sie. Aber es sind doch letztenendes immer die Menschen mit ihren kleinen Fehlern, die im Gedächtnis hängen bleiben. Die für weiche Knie sorgen oder die wir in unser Herz schließen. Es ist das eine Muttermal auf der Backe oder der schiefe Zahn, den wir so unfassbar Lieben. Der Wirbel im Haar, der das Gegenüber zu etwas Einzigartigem macht.

Mir wurde mal ein wertvoller Rat gegeben- das war kurz vor einer Hochzeit. Ich wollte toll aussehen und fühlte mich aber irgendwie zu Unscheinbar in meinem Kleid. Meine Beine waren irgendwie nach meinem Geschmack viel zu dünn, die Schuhe waren auch irgendwie nicht so der Hit.

Und diese Frau, die mir die Augen öffnete sagte zu mir: „Denke immer daran, auf dieser Welt ist jeder Mensch so sehr mit sich selbst beschäftigt, deine kleinen `Fehler`wird niemand wahrnehmen. Jeder schaut nur auf seine eigenen Fehler und grübelt, ob diese wohl irgendwem auffallen!“

Zudem gab sie mir den Tipp, ich solle doch mal aufhören, immer nur auf das äußere Erscheinungsbild zu vertrauen. Viel mehr zählt doch, was einen Menschen ausmacht. Und wenn man sich dessen bewusst ist, legt man auch dieses „Perfektionsdenken“ ab.

Also gut. Und so saß ich nach diesem Gespräch Zuhause und überlegte.

Was macht mich aus? Mich als Tatjana?

Es dauerte nicht lange und mein Stift schrieb wie von alleine. Da war so vieles, über das man sich so gar nicht bewusst war.

Diese Liste war wie eine kleine Bibel für mich. Es war so schön, zu lesen, was „TOLL“ an sich selbst war, auch wenn mal an einem blöden Tag die Haare so absolut nicht schön aussehen wollten.

Und so möchte ich euch heute, an diesem grauen Sonntag, einfach mal dazu aufrufen, euch auch so eine kleine Liste zu erstellen.

Was macht euch denn aus? Welche tollen Eigenschaften bringt ihr mit in diese Welt? Was zeichnet euch aus, was vielleicht euer Gegenüber dafür nicht auszeichnet?

Jeder Mensch ist für sich selbst doch so ein wundervolles Individuum, kein Mensch ähnelt dem anderen. Schminktipps, Frisuranleitungen oder Outfits kann man vielleicht kopieren und nachahmen. Aber Charakter und Wesenszüge sind einzigartig und sie sind der eigentliche Kern, was einen Menschen ausmacht.

Und wenn man sich dessen mal Bewusst ist, dann kann einem doch so ein Bad-Hair-Day oder ein unpassendes Outfit so gar nichts anhaben. Oder?

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7 Gedanken zu “Lass mal an uns selber glauben!

  1. Hallo Tatjana,

    dieser Beitrag ist ein Reichtum für Kopf und Geist.
    Das Zitat der Frau ist der Wahnsinn. Ich glaube sie hat Recht!
    Du solltest du selbst sein. Wie kannst du nur glücklich sein mit all deinen Zweifeln?
    Jeder Mensch hat tatsächlich diese Zweifel. Auch ich, trotzdem gehe ich mit meiner Jogginghose in die Uni zum Lernen. Manchmal interessiert mich einfach nicht, was andere denken oder wie unschön ich aussehe. Das bin einfach ich! 🙂
    Ich denke, auch du bist wunderbar!

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Tim

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Tatjana,

    ich finde deinen Beitrag wirklich inspirierend. Und du hast Recht!
    Wie oft habe ich keine Lust meine Hose zu wechseln, weil ich nur 100 Meter bis zum Lebensmittelladen laufen muss. Dann stelle ich mir jedoch vor, wie mich alle anstarren, weil ich meine Joggingshose anhabe und ziehe trotzdem meine Jeans an.
    Manchmal stehe ich in der Disco in der Warteschlange ohne rote Lippen, ohne Rouge und manchmal sogar ohne Wimperntusche, weil ich mich so einfach nicht wohl fühle und dann sehe ich mich um und fühle mich total unwohl, weil alle anderen toll geschminkt und aufgestylet sind.
    Aber ja, du hast recht, eigentlich sollte es einem egal sein, was andere denken, so lange man sich selbst wohlfühlt.
    Danke für deine zum Nachdenken anregenden Zeilen!

    Liebe Grüße,
    Juli

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